,,Ahnsisters”

von Gisela Brünker-Peréz und Dina Koper

»AhnSisters« ein mobiles Kunstprojekt (2022-2024)

In einem eigens dafür umgebauten Wohnwagen der 1970er-Jahre haben die Bremer Künstlerinnen Dina Koper und Gisela Brünker-Pérez die Geschichten ihrer Ahninnen erforscht. Da gibt es die norddeutsch-slawische Stammlinie mit Einflüssen aus den Gebieten des heutigen Polen und die aus Chile mit italienischen und spanischen Wurzeln bis in die Kultur der Mestizinnen. Was haben ihre Mütter, Tanten, Groß- und Urgroßmütter erlebt? Was auch erduldet und erlitten? Welche Wege sind sie gegangen? Wie sahen ihre Herausforderungen aus? Wie ihre Träume, geheimen Wünsche, Ängste und Leidenschaften? 

Im Laufe des zweijährigen Arbeitsprozesses haben die beiden Künstlerinnen recherchiert, viele Gespräche geführt und alte Fotos und Briefe ausgegraben. Mit der künstlerischen Auseinandersetzung wurde der Camper zum geheimnisvollen Ort für Lebensmomente und Lebenswege. Außen wie innen wurde geschichtet & entlarvt, gezeichnet & radiert, gemalt & übermalt, gebaut & abgerissen, gefilmt & geschnitten, gehäkelt & bestickt, bepolstert & bekücht. 

Entstanden ist ein bis ins kleinste Detail gestalteter, zutiefst experimenteller Raum - genauso bunt, schräg, besonders, traurig, tragisch und verstörend wie viele dieser Frauenleben. 

»AhnSisters« sprengt gekonnt und scheinbar leichtfüßig gängige Kunst-Präsentationsformen und mischt spielerisch Genres zwischen Malerei, Skulptur, Fotografie, Kunsthandwerk und Medienkunst. 

Die Künstlerinnen sind mit »AhnSisters« durch Deutschland gereist. haben Kunstnächte, Märkte, Straßentheaterfestivals, Städte und Dörfer besucht. Der Austausch mit den Menschen hat das mobile Kunstwerk nochmal verändert und bereichert. Viele haben eigene Gedanken hinterlassen, erzählten von eigenen Geschichten und von denen ihrer Mütter. Mit diesem mobilen Kunstprojekt haben es Dina Koper & Gisela Brünker-Pérez geschafft ein ganz besonderes und sehr intensives Erlebnis zu schaffen. 

AhnSisters im Gerhard Marcks Haus

Christine Gorny (Mit freundlicher Genehmigung von Radio Bremen)